Viele Oldtimerbesitzer bestehen darauf, schwarze Bakelit
Batterien mit außenliegenden Polbrücken in ihre Oldtimer einzubauen. Das ist
schick, und das war früher ja auch so.
Bei näherer Betrachtung muss man aber zwangsläufig zu dem
Ergebnis kommen, dass diese Maßnahme vollkommen unbegründet ist, sieht man
einmal von der Historie ab.
Meistens haben die Vorkriegs-Oldtimer die Batterien unsichtbar unter den
Sitzen. Ab etwa den 60er Jahren wurden die Batterien dann in ein Plastikgehäuse
verbaut, wobei die Farbe dann gelblich-weiß ist.
Auch hier wäre zeitdokumentarisch der Einbau einer
schwarzen Batterien nicht erforderlich. Heute kommen fast alle 6 V schwarzen
Batterien aus Fernost, wie China. Nur noch Moll und Berga in Deutschland,
Banner in Österreich, sowie Fiamm in Italien und Tudor in Frankreich stellen
noch schwarze 6 V Batterien her. Die Gebrauchsdauer der Batterien im Oldtimer
ist meistens nur 2 Jahre.
(Im Bild die neueste High-Tech-Batterie von Bosch)
Nun werden immer wieder Batterie Be- und Entladegeräte
angeboten, die vor allem für die ruhigen Wintermonate die Batterien durch Be-
und Entladen in Schwung halten sollen. - Das hilft auch etwas. - Dieser Vorgang
benötigt jedoch Strom aus der Steckdose und kostet damit Geld. Wir haben da
eine andere Lösung:
Wir verwenden Gel-gefüllte Blei-Batterien, wie sie von den
westlichen Streitkräften, wie Nato, US-Armee und Bundeswehr verwendet werden,
neuerdings auch zur Erhöhung der Reichweite und zur Erringung einer längeren
Lebensdauer bei Hybridfahrzeugen (Elektro/Verbrennungsmotoren).
Eine solche Blei-Gel-Batterie hält etwa 10 - 12 Jahre und
verliert unbenutzt im Jahr etwa 10% ihrer Leistung. Kälte und Hitze können der
Batterie nichts anhaben - und das alles ohne jede Pflege! Die
Blei-Gel-Batterien laufen nicht aus. Bei größeren Neufahrzeugen werden
neuerdings, ebenfalls wegen des höheren Strombedarfs, Blei-Gel-Batterien
verbaut.
Das bedeutet für uns Oldtimerfahrer, dass wir über eine
große Stromreserve verfügen bei größerer Lebensdauer der Batterien, ohne jede
Pflege. (Bild: Sonnenschein)
Ein Problem ist die Befestigung der Batterie im Oldtimer.
Hier muss meistens eine neue Befestigung gebastelt werden.
Nun kommt der entscheidende Punkt! -Wieviel kostet eine
Blei-Gel-Batterie? Die meisten und besten bleigelgefüllten Batterien kommen aus
USA und England. Die Optima Batterie aus USA wird über die
Varta-Vertriebsorganisation verkauft. In 6 V gibt es nur eine einzige Batterie
mit der Bezeichnung Optima RTS 2 1 8010-355, zum Preise von EUR 180,--. Sie hat
37 Amperestunden, jedoch eine kurze Startkapazität von 100 Amperestunden. Mit
der Verwendung dieser Batterie sind für die nächsten 10 Jahre alle Probleme
gelöst.
Eine normale deutsche 6 V schwarze Bakelit Batterie mit
gleicher Leistung kostet etwa EUR 120,--.
Der Preis für eine mittlere 12 V Blei-Gel-Batterie mit 77
Amperestunden dürfte etwa EUR 300,--- betragen.
Es muss noch einmal darauf hingewiesen werden, dass die
Benutzung eines Batterie Be- und Entladegerätes Strom benötigt, während die
Blei-Gel-Batterie keinerlei Maßnahmen erfordert. Die für die Benutzung des Be-
und Entladegerätes benötigten Stromkosten muss man zum Kaufpreis der
herkömmlichen Batterien hinzurechnen, sowie den Anschaffungspreis des
Be- und Entladegerätes.
Nun gibt es aber preiswerte Möglichkeiten, an gelgefüllte
Batterien zu kommen.
Einmal gibt es die VEBEG GmbH., Rödelheimer Bahnweg 23, in
Frankfurt, Tel. 069758970, oder www.vebeg.de, die teils neue oder ausgemusterte
Gel-Batterien von Bundesbehörden oder von der Bundeswehr preiswert anbietet, im
Versteigerungs- und Ausschreibungsverfahren. Bei Bedarf dort anrufen und sich
nach Preisen erkundigen. Bei VEBEG gibt es ausschließlich 12 V Batterien. Es
gibt aber auch die Möglichkeit, auf Floh- oder Trödelmärkten solche Batterien
zu kaufen. Preise hier von 13,-- bis 25,-- Euro. Auch hier findet man kaum
gebrauchte 6 V Gel gefüllte Batterien. Die Kaufmöglichkeit ist natürlich mit
einem Risiko behaftet, weiß man doch nicht, ob diese Batterien alt oder sogar
verbraucht sind. wenn
man den Verkäufer kennt, gibt er auch eine
Funktionsgarantie.
Bei Unfällen läuft eine Gel gefüllte Batterie nicht aus. Sie
ist in allen Lagen immer einsatzbereit, also auch auf dem Kopf stehend.
Alles zuvor beschriebene wurde von uns in den letzten 3
Jahren angewendet und zur vollsten Zufriedenheit erprobt.
Hier noch einige Tipps für Bastler:
Die auf Floh- und Trödelmärkten angebotenen Blei-Batterien,
gelgefüllt, auch mit Funktionsgarantie, haben oft falsche, oder gar keine Pole.
Wir helfen uns, indem wir bei einer alten defekten Batterie die Pole
abschneiden, senkrecht durchbohren und dann mit einer Schraube auf vorhandener
Grundplatte der Gel-Batterie befestigen. Es gibt auch Blei-Gel-Batterien mit
zwei gleichen Polen. Dann muss ein Anschlusskabel entsprechend geändert werden.
Ob man von dieser Maßnahme Gebrauch macht, muss, wie immer, jeder für
sich entscheiden.